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Infos und Tipps: Ölzeug und Funktionsbekleidung

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Funktionsbekleidung

Ölzeug und Funktionsbekleidung

1. Ölzeug
    1.1 Leichtes Ölzeug und Wetterschutzbekleidung
    1.2 Mittelschweres Ölzeug
    1.3 Schweres Ölzeug
    1.4 Ölzeug-Technologien / Beschichtungen und Membranen
2. Funktionsbekleidung
    2.1 Das Zwiebel-Prinzip
      2.1.1 1. Schicht / Materialien von Funktionsunterwäsche
      2.1.2 2. Schicht / Isolationsschicht / Fleece / UV-Schutz
      2.1.3 3. Schicht / Hardshells und Softshells
    2.2 Atmungsaktivität
    2.3 UV-Schutz
    2.4 Materialien und Fachbegriffe
3. Pflege von Ölzeug und Funktionsbekleidung
    3.1 Imprägnierung und Atmungsaktivität
4. Bootsschuhe und Stiefel
    4.1 Sohlenkonstruktion

1. Ölzeug

Das Angebot an Ölzeug und Wetterschutzbekleidung deckt ein sehr großes Einsatzspektrum ab, vom professionellen HighTech-Ölzeug für Hochseetörns bis zur leichten Regenbekleidung für Hobby-Wassersportler. Dem entsprechend bewegen sich auch die Investitionskosten in einem weiten Rahmen. Bei jeder Anschaffung aber gilt: Preis, Leistung und Nutzen müssen in einem akzeptablen Verhältnis stehen. Das teuerste Ölzeug ist eine Fehlinvestition, wenn es mangels sportlicher Aktivitäten im Schrank hängt, vermeintlich günstige Wetterkleidung ist rausgeworfenes Geld, wenn man darin friert oder nass wird.

Vor dem Kauf von Ölzeug und Wetterschutzbekleidung sollte man deshalb als Segelsportler und Motorbootfahrer Überlegungen anstellen, und sich ehrlich einige Fragen beantworten.

  • Wie aktiv, wie intensiv und häufig betreibe ich den Segelsport?
  • Wie lange werde ich noch segeln? Wird es weniger oder mehr werden?
  • Auf welchen Revieren segele ich überwiegend? Im kalten Norden oder warmen Süden?
  • Zu welcher Jahreszeit bei welchen Wetterverhältnissen gehe ich segeln?
  • Plane ich längere Hochseetörns mit Nachtfahrten oder überwiegt der Wochenend-Spaß auf Seen und an der Küste?
  • Welche moderne Funktionsbekleidung habe ich schon und könnte sie unter Ölzeug tragen?

Sinnvoll ist, dass funktionelle Wetterbekleidung variabel ist, sie sollte für ein möglichst großes Einsatzspektrum geeignet sein. Zur besseren Übersicht und Beurteilung haben wir Ölzeug in 3 Kategorien eingeteilt:

1.1 Leichtes Ölzeug und Wetterschutzbekleidung

Wer nur gelegentlich in wärmeren Revieren einen Regenschauer oder etwas kühleren Wind erwartet, ist mit leichtem Wetterschutz gut ausgerüstet. Für Segelschüler oder Einsteiger auf Küstenrevieren ist das Ölzeug genauso funktionell wie an Land beim Wandern oder Radfahren. Das meistens sehr leichte und dünne Material besteht überwiegend aus wasserdichtem und windabweisendem Nylon, zum Teil mit einer PU-Beschichtung (Polyurethan) oder in einer atmungsaktiven Verarbeitung. Vorteile: es ist bequem zu tragen, komfortabel geschnitten und ideal für das Reisegepäck, da es sich ganz klein zusammenfalten lässt.

1.2 Mittelschweres Ölzeug

Mittelschweres Ölzeug wird den meisten Revier- und Wetterbedingungen gerecht. Fahrtensegler, sportliche Chartercrews und Regattasegler auf Binnen- und Küstengewässern  sowie im Mittelmeer kommen damit gut zurecht. Das Material besteht überwiegend aus strapazierfähigem Oxford-Nylon oder Polyester, mit wasserdichten Beschichtungen oder einer atmungsaktiven Membran-Technik. Die Nähte sollten vernäht und zusätzlich bandverschweißt sein, damit auch die höher belasteten Stellen auch bei Dauernässe wasserdicht bleiben. Für die Bewegungsfreiheit an Bord sind gute Passform und Schnitt wichtig. Die Hosen sollten hoch geschnitten sein mit Verstärkungen an Knien und Gesäß. Zusätzlichen Wärme- und Tragekomfort liefert die Ausstattung von Jacke und Hose mit Fleecefutter. Der Jackenkragen ist generell mit weichem Fleece besetzt, häufig auch die Taschen.

1.3 Schweres Ölzeug

Ambitionierte Hochsee- und Regattasegler brauchen optimalen Wetterschutz auch unter extremen Wetter- und Seebedingungen. Deshalb ist schweres Ölzeug aus stärksten Materialien mit atmungsaktiver Membran-Technologie verarbeitet. 3-Lagen-Laminate sind dabei in Komfort und Funktion die besten. Auch bei körperlicher Anstrengung bleibt das Hautklima komfortabel. Innovative Gewebe machen das Ölzeug trotzdem sehr leicht und bequem. Unverzichtbar ist auch eine praxisgerechte Sicherheitsausrüstung mit integriertem Lifebelt und anderen Details wie signalfarbene Kapuze und Reflektoren.

1.4 Ölzeug-Technologien / Beschichtungen und Membranen

Moderne Stoffe für Ölzeug und Wetterschutzbekleidung müssen zwei wesentliche Funktionen erfüllen:

Das Material muss absolut gegen Wasser von außen dicht sein, einschließlich der Nähte. Es muss aber auch Körperfeuchtigkeit, dass heißt Wasserdampf, von innen nach außen transportieren können. Diese Atmungsaktivität und die Wasserdichtigkeit kann man mit verschiedenen Verarbeitungstechnologien erreichen.

Beschichtungen
Die Oberflächen-Beschichtung ist eine Methode, Gewebe wasserdampfdurchlässig und wasserdicht zu machen. Auf Polyester- oder Nylongewebe wird eine feine Paste aufgestrichen, die mittels chemischer Prozesse wasserdampfdurchlässig gemacht wird. Die verdampfende Körperfeuchtigkeit kann austreten, ohne dass die größeren Wassermoleküle eindringen können. Von Qualitätsherstellern werden nur hochwertige Beschichtungen, meist aus Polyurethan, verwendet. Sie sind zuverlässig wasserdicht, winddicht, sehr abriebfest und bleiben elastisch bei Kälte. Einige Hersteller arbeiten mit zwei verschiedenen Beschichtungen auf dem Außenmaterial. Die erste Schicht ist eine mikroporöse Beschichtung, die durch eine zweite, hydrophile Beschichtung verstärkt wird. Dadurch wird ein höherer Dampfdurchgangsfaktor und eine höhere Wasserdichtigkeit erreicht. Geringere Werte an Wasserdichtigkeit und Atmungsaktivität besitzen 2-Lagen-Technologien, bei denen das robuste Trägergewebe, zum Beispiel aus Polyamid, innen mit einer wasserdichten PU-Schicht versehen ist.

Die zweite Methode zur Herstellung wasserdichter und atmungsaktiver Stoffe ist die Beschichtung der einzelnen Faser, zum Beispiel durch Teflon. Die Fasern werden also mit Kunststoff ummantelt und dann gewebt. Diese Verarbeitung bewirkt eine höhere Dampfdurchlässigkeit, allerdings auf Kosten der Wasserdichtigkeit: Schmutz und Feuchtigkeit werden nur 'abgewiesen', die Stoffe sind nicht 100 % wasserdicht

Membran-Technologie
Die Verarbeitung von Membranen ist eine hochwertigere und aufwändigere Methode , Materialien wasserdicht und atmungsaktiv zu machen. Die Werte von Wasserdichtigkeit und Atmungsaktivität liegen zum Teil erheblich höher als bei Beschichtungen. Material und Funktionalität sind auch wesentlich langlebiger und strapazierfähiger.

Membranen sind extrem dünne Folien, die Flüssigkeiten wie Wasser nicht eindringen, Gase wie Wasserdampf aber entweichen lassen. Das wird durch mikrofeine Poren erreicht. Die Folie wird von innen auf den robusten Außenstoff aufgeklebt, in diesem Fall entsteht ein 2-Lagen-Laminat. Um die Membran vor mechanischer Abnutzung zu schützen, wird noch ein leichtes Netz- oder Taft-Futter lose in die Kleidung eingesetzt. Netzfutter sind atmungsaktiver, Taftfutter gleiten etwas besser über der Kleidung. Die 2-lagige Qualität ist etwas leichter und weicher im Griff bei mittlerer Strapazierfähigkeit.

Beim 3-Lagen-Laminat sind Außenstoff, Membran und eine dritte Schutzschicht innen miteinander verklebt, so dass ein hochwirksamer Verbund entsteht. Das Material besitzt die höchste Atmungsaktivität und absolute Wasserdichtigkeit. Es ist die stabilste Membran-Qualität mit hoher Leistung, Strapazierfähigkeit und Lebensdauer. Der Nachteil liegt im etwas steiferen Gewebe, was aber den ausgezeichneten Tragekomfort nicht einschränkt.

Zu den leistungsfähigsten Membran-Stoffen gehört Gore-Tex mit verschiedenen Qualitäten, CompaTex und Sympatex sind weitere bekannte Namen für hochwertige Membrangewebe.

Getapte Nähte
Schwachstellen hinsichtlich Wasserdichtigkeit bilden immer Nähte, bei denen das Material durchstochen werden muss. Die Lösung bei hochwertigerer Verarbeitung: auf die Nähte werden zusätzlich Gewebebänder (Tapes) aufgeklebt oder aufgeschweißt, die die Nahtgarne vor Abrieb schützen und die Naht wasserdicht halten. Man spricht dann von getapten Nähten.

2. Funktionsbekleidung

Wer sportlich aktiv ist, wer ein Outdoor-Freak ist, wer seine Freizeit auf Booten, im Gebirge oder am Wasser verbringt - der braucht Bekleidung, in der er sich bei Wind und Wetter auch wohlfühlt. Moderne Freizeit- und Sportbekleidung hat nicht nur eine Schutzfunktion vor Kälte und Nässe. Sie hat auch eine Komfortfunktion: der Körper soll auch bei körperlicher Anstrengung fit bleiben, das Hautklima soll auch angenehm bleiben, wenn man ins Schwitzen kommt.

Damit Funktionsbekleidung alle guten Eigenschaften entwickeln kann, muss man die komplette Bekleidung von Unterwäsche bis zum Regenmantel als voneinander abhängiges Komponentensystem sehen. Dieses System lässt sich nach dem Zwiebelprinzip oder 3-Schichten-Prinzip erklären.

2.1 Das Zwiebel-Prinzip

Von der Unterwäsche bis zum Regenanzug muss die Bekleidung aufeinander abgestimmt sein, um insgesamt funktionieren zu können. Jede Bekleidungsschicht hat ihre eigene Funktionalität, die von der nächsten Schicht abhängt. Atmungsaktivität und damit ein komfortables Körperklima können nur wirkungsvoll hergestellt werden, wenn jede Schicht an diesem Prozess mitarbeiten kann. Was nützt das teuerste, atmungsaktive Ölzeug, wenn die Unterwäsche schon die Hautfeuchtigkeit nicht heraus lässt?

2.1.1 1. Schicht / Materialien von Funktionsunterwäsche

Das ist die Basisschicht direkt auf der Haut, die Unterwäsche spielt die erste und wichtigste Rolle. Sie hat die Funktion, die Feuchtigkeit von der Haut nach außen in die nächste Bekleidungsschicht zu transportieren, und das Hautklima trocken und warm zu halten. Besonders im schnellen Wechsel von körperlicher Aktivität und Ruhephasen entsteht die Transpiration, die als Wasserdampf durch das Gewebe geleitet werden muss. Die Unterwäsche muss also Feuchtigkeit aufnehmen und weiterleiten, selbst aber schnell wieder trocknen.

Moderne Funktionsunterwäsche übertrifft jede Naturfaser wie Baumwolle oder Seide. Baumwoll-Shirts speichern die Feuchtigkeit, kleben am Körper und lassen ihn frösteln. Nur atmungsaktive Mikrofasern aus High-Tech-Stoffen wie Polypropylen garantieren einen Feuchtigkeitstransport, der direkt auf der Haut beginnt.

Die Materialien für die 1. Schicht

Die Wahl von Funktionsunterwäsche hängt nicht nur von der Jahreszeit ab, auch das Ausmaß von Outdoor-Aktivitäten und körperliche Prädispositionen spielen eine Rolle. Ob man schnell und viel schwitzt, ob man Hochleistungssport betreibt oder nur um den See wandert. Treibt man Wintersport bei entsprechenden Temperaturen oder ist man ein Freund der Sonne? Unterschiedliche Basismaterialien haben auch unterschiedliche Eigenschaften.

  • Kunstfasern wie Polypropylen, Polyester und Polyamid besitzen ein ausgezeichnetes Feuchtigkeitsmanagement. Sie transportieren Feuchtigkeit sehr wirksam, nehmen aber selbst kaum Feuchtigkeit auf. Deshalb trocknen sie auch sehr schnell. Im Sommer bei viel Bewegung ideal. Und auch für Menschen erste Wahl, die schnell und viel transpirieren oder Wolle ungern auf der Haut tragen. Die Kunstfasern tragen sich ausgesprochen angenehm auf der Haut. In dickerer Qualität ist die Unterwäsche aus Kunstfasern auch wintertauglich mit hoher Wärmeisolierung (Thermo Unterwäsche). Kunstfasern sind sehr reißfest (Polyamide etwas mehr als Polyester), sehr leicht, strapazierfähig und formbeständig. Die Gewebe knittern nicht und besitzen einen UV-Schutz.
  • Merinowolle ist eine besonders feine und dünne Wolle des Merinoschafs. Sie kratzt nicht und besitzt als Naturfaser hervorragende, temperaturausgleichende Eigenschaften. Sie wärmt auch, wenn sie feucht ist, sie ist geruchsneutral und 'elektrisiert' nicht durch statische Aufladung. Der Feuchtigkeitstransport braucht etwas länger, dadurch wird aber schnell entstehende Verdunstungskälte vermieden. Das wird vor allem im Winter als angenehm empfunden. Merinowolle trocknet wesentlich langsamer als Kunstfasern. Baumwolle braucht allerdings noch beträchtlich länger.
  • Bei Mischgeweben aus Kunstfasern und Merinowolle werden die Vorteile beider Fasern kombiniert. Entweder besteht die gesamte Wäsche aus dem Materialmix oder einzelne Zonen werden mit unterschiedlichen Fasern verarbeitet. Viel Feuchtigkeit abgebende Körperpartien werden mit Kunstfasern bedeckt, kälteempfindliche mit Wollanteilen.


2.1.2 2. Schicht / Isolationsschicht / Fleece / UV-Schutz

Die 2. oder Mittelschicht wird auch Isolationsschicht genannt, weil ihr die Aufgabe des Temperaturhaushalts zukommt. Sie soll nicht nur die Feuchtigkeit der ersten Schicht weiter transportieren, sondern auch den Körper vor Kälte schützen und wärmen. Diese Bekleidungsschicht muss also atmungsaktiv und wärmeisolierend sein. Das erfordert auch wiederum Fasern, die wasserdampfdurchlässig sind, kaum Feuchtigkeit aufnehmen und schnell wieder trocknen. Das können nur Kunstfasern, denn Baumwolle und Wolle zum Beispiel würden jetzt den Feuchtigkeitstransport unterbrechen, würden selbst nass werden und nicht mehr wärmen. Der Wunderstoff, der als 2. Schicht in Frage kommt, heißt Fleece.

Fleece
Fleece ist die ideale Isolationsschicht, mit hervorragender Wärmefunktion bei geringstem Gewicht. Fleece ist hochgradig atmungsaktiv, trocknet sehr schnell, ist formbeständig und extrem strapazierfähig. Und Fleece ist unglaublich leicht, weich und selbst direkt auf der Haut angenehm zu tragen.

Die Basisfaser für Fleece ist Polyester, das hohe Isolationsvermögen resultiert aus der speziellen Struktur, die eine maximale Luftmenge einschließen kann. Das Prinzip ist also weniger, Kälte von draußen abzuhalten, sondern die vom Körper abgegebene Wärmeenergie möglichst lange zu speichern. Für verschiedenste Einsatzbereiche werden unterschiedliche Fleece-Qualitäten verarbeitet. 100er und 200er Fleece besitzen ausgezeichnete Allround-Eigenschaften und werden sehr häufig in variabler Outdoor-Bekleidung verwendet. Die Zahlen sind Gewichtsangaben in Gramm pro Quadratmeter: je höher das Gewicht, desto dicker das Fleece mit entsprechend höherem Isolationsvermögen. Besonders dicht gewebtes Fleece wie das bekannte 200er Polartec Thermal Pro ist zusätzlich noch windabweisend, was den Wärmekomfort noch erhöht. 100er Fleece wird oft auch wegen der feinen Oberfläche Mikrofleece genannt. Andere Varianten sind Berber-Fleece mit gröberer Struktur, Fleece lässt sich aber auch in unterschiedlichstem Design wie Strickoptik verarbeiten. Vielfach findet man auch Fleece mit zwei verschiedenen Seiten, außen glatt, innen flauschig weich. Auch das hoch elastische Stretch-Fleece ist gerade für bewegungsstarke Aktivitäten ideal. Fleece ist einfach das Material der unbegrenzten Möglichkeiten.

UV-Schutz bei Funktionsshirts und -hosen
Im Sommer kommt es weniger auf die Wärmeisolierung der 2. Schicht an, sondern mehr auf kühlende und trocknende Temperaturregulierung sowie auf Schutz vor schädlicher UV-Strahlung. Die 2. Bekleidungsschicht wird an warmen Tagen überhaupt die einzige sein, die man trägt. Zum Beispiel Funktions-Shirts, die ohne Basisschicht direkt auf der Haut getragen werden. Dünne Shirts und Polos aus Baumwolle zum Beispiel schützen besonders in nassem Zustand kaum vor UV-Strahlung. Die Strahlen dringen durch das Gewebe, Hautreizung und Sonnenbrand sind die Folge.  

Moderne Funktionsshirts und -hosen lassen die aggressive UV-Strahlung nicht durch, je nach Gewebeverarbeitung mehr oder weniger. Polyesterfasern zum Beispiel bieten höheren Schutz als Polyamid-Kunstfasern. Je dichter und fester das Gewebe, desto besser der Schutz, je dunkler die Farben, desto größer die Absorption. In seltensten Fällen wird der Sonnenschutz durch chemische Appreturen erreicht, man muss also keine Angst vor Hautirritationen haben, eine chemische Behandlung würde sich auch nach häufigem Waschen ihre Wirkung verlieren. Der Sonnenschutzfaktor wird genau wie bei Sonnenschutzcremes in Zahlen angegeben. 30+ bedeutet, dass die Haut 30 mal länger der Sonne ausgesetzt werden kann als ungeschützt.

2.1.3 3. Schicht / Hardshells und Softshells

Die Wetterschutz-Schicht als oberste Bekleidung muss alles abhalten, was man bei Freizeit und Sport am wenigsten sucht: Kälte, Regen und Wind in allen Formen und Auswirkungen. Deshalb muss die 3. Schicht auch besondere Qualitäten haben. Sie sollte wasserdicht und winddicht sein, muss aber in jedem Fall auch atmungsaktiv sein. Sonst würde das Zwiebelprinzip nicht funktionieren und die Körperfeuchtigkeit in der 2. Schicht stecken bleiben. Über die Oberbekleidung verdunstet letztendlich alles, was durch die beiden ersten Schichten transportiert worden ist. Man darf dabei nicht leugnen, dass eine hohe Winddichtigkeit des Materials die Dampfdurchlässigkeit allerdings negativ beeinflusst.

Die Wahl des Materials der 3. Schicht hängt viel davon ab, für welchen Einsatz die Bekleidung konzipiert sein soll. Extreme Witterungsbedingungen und hohe mechanische Belastungen erfordern andere Stoffe als der Schutz vor gelegentlichen Regenschauern beim Wandern. Wasserdichtigkeit und Atmungsaktivität werden über zwei grundsätzliche Verarbeitungsverfahren erreicht.

Beschichtungen
Die Oberflächen-Beschichtung ist eine Methode, Gewebe wasserdampfdurchlässig und wasserdicht zu machen. Auf Polyester- oder Nylongewebe wird eine feine Paste aufgestrichen, die mittels chemischer Prozesse wasserdampfdurchlässig gemacht wird. Die verdampfende Körperfeuchtigkeit kann austreten, ohne dass die größeren Wassermoleküle eindringen können. Von Qualitätsherstellern werden nur hochwertige Beschichtungen, meist aus Polyurethan, verwendet. Sie sind zuverlässig wasserdicht, winddicht, sehr abriebfest und bleiben elastisch bei Kälte. Einige Hersteller arbeiten mit zwei verschiedenen Beschichtungen auf dem Außenmaterial. Die erste Schicht ist eine mikroporöse Beschichtung, die durch eine zweite, hydrophile Beschichtung verstärkt wird. Dadurch wird ein höherer Dampfdurchgangsfaktor und eine höhere Wasserdichtigkeit erreicht. Geringere Werte an Wasserdichtigkeit und Atmungsaktivität besitzen 2-Lagen-Technologien, bei denen das robuste Trägergewebe, zum Beispiel aus Polyamid, innen mit einer wasserdichten PU-Schicht versehen ist.

Die zweite Methode zur Herstellung wasserdichter und atmungsaktiver Stoffe ist die Beschichtung der einzelnen Faser, zum Beispiel durch Teflon. Die Fasern werden also mit Kunststoff ummantelt und dann gewebt. Diese Verarbeitung bewirkt eine höhere Dampfdurchlässigkeit, allerdings auf Kosten der Wasserdichtigkeit: Schmutz und Feuchtigkeit werden nur 'abgewiesen', die Stoffe sind nicht 100 % wasserdicht

Membran-Technologie
Die Verarbeitung von Membranen ist eine hochwertigere und aufwändigere Methode , Materialien wasserdicht und atmungsaktiv zu machen. Die Werte von Wasserdichtigkeit und Atmungsaktivität liegen zum Teil erheblich höher als bei Beschichtungen. Material und Funktionalität sind auch wesentlich langlebiger und strapazierfähiger.

Membranen sind extrem dünne Folien, die Flüssigkeiten wie Wasser nicht eindringen, Gase wie Wasserdampf aber entweichen lassen. Das wird durch mikrofeine Poren erreicht. Die Folie wird von innen auf den robusten Außenstoff aufgeklebt, in diesem Fall entsteht ein 2-Lagen-Laminat. Um die Membran vor mechanischer Abnutzung zu schützen, wird noch ein leichtes Netz- oder Taft-Futter lose in die Kleidung eingesetzt. Netzfutter sind atmungsaktiver, Taftfutter gleiten etwas besser über der Kleidung. Die 2-lagige Qualität ist etwas leichter und weicher im Griff bei mittlerer Strapazierfähigkeit.

Beim 3-Lagen-Laminat sind Außenstoff, Membran und eine dritte Schutzschicht innen miteinander verklebt, so dass ein hochwirksamer Verbund entsteht. Das Material besitzt die höchste Atmungsaktivität und absolute Wasserdichtigkeit. Es ist die stabilste Membran-Qualität mit hoher Leistung, Strapazierfähigkeit und Lebensdauer. Der Nachteil liegt im etwas steiferen Gewebe, was aber den ausgezeichneten Tragekomfort nicht einschränkt.

Zu den leistungsfähigsten Membran-Stoffen gehört Gore-Tex mit verschiedenen Qualitäten, CompaTex und Sympatex sind weitere bekannte Namen für hochwertige Funktionsgewebe.

Softshells
Als Oberbekleidung machen die sogenannten Softshells Furore. Neben den Hardshells (wasserdichte Bekleidung) bieten sie fast unbegrenzte Einsatzmöglichkeiten und einen unglaublichen Tragekomfort. Das Material ist wasserabweisend, ultraleicht und extrem weich, es raschelt nicht und ist hoch elastisch. Und dazu natürlich wirksam atmungsaktiv. Softshells können auch mit Membran verarbeitet werden, was sie absolut winddicht macht. Die Winddichtigkeit geht allerdings auf Kosten der Atmungsaktivität. Windabweisende statt winddichte Softshells sind atmungsaktiver.

2.2 Atmungsaktivität

Der Begriff Atmungsaktivität verspricht etwas, was eigentlich nicht passiert. Aktiv ist kein Gewebe, es ist nur wasserdampfdurchlässig. Wasserdampf entsteht, wenn der Körper durch Schwitzen Feuchtigkeit produziert. Das muss er auch zum Abbau von Wärmeenergie. Das Problem ist, dass diese Feuchtigkeit schnell verdunsten und nicht auf der Haut oder in der Kleidung Nässe produzieren soll. Die Lösung: Kleidung, die den Wasserdampf von der Haut nach außen transportiert. Das wird durch Gewebe aus Kunstfasern mit mikroporöser Struktur erreicht, entweder durch Beschichtungen oder die effizientere Membran-Technologie. So ausgerüstete Bekleidung wird als atmungsaktive bezeichnet. Dass durch die Mikroporen Wasserdampf entweichen kann, braucht allerdings einige andere Voraussetzungen, unabhängig vom Material.

Grundsätzlich muss ein Temperaturgefälle zwischen Körper und Draußen vorliegen. Körper und Bekleidung müssen deutlich wärmer sein als die Außentemperaturen, sonst entsteht kein Druckgefälle. Die Atmungsaktivität von Stoffen ist also bei extrem hohen Außentemperaturen deutlich eingeschränkt. Erst wenn Temperaturen und Druckverhältnisse stimmen, kann der Schweiß nach außen abgegeben werden. Über die leistungsfähigsten Membranen wie die von Gore-Tex können ungefähr 200 - 500 g Dampf pro m² und Stunde entweichen. Bei sportlicher Anstrengung produziert der Körper bis zu 2 Liter Schweiß pro Stunde. Man muss sich also über die Möglichkeiten und Grenzen von atmungsaktiver Bekleidung bewusst sein. Innovative Funktionsbekleidung bietet zum Teil zusätzliche Problemlösungen dazu an: zum Beispiel Ventilationsöffnungen, hinterlüftete Netzfutter oder Reißverschlüsse unter den Achselhöhlen.

2.3 UV-Schutz von Funktionstextilien

Moderne Funktionsbekleidung für Sport und Freizeit hat noch einen wesentlichen Vorteil, der die Hautbelastung kurzfristig und damit die Gesundheit langfristig betrifft. Die UV-Strahlung ist in vielen Gebieten der Erde nachweislich intensiver und aggressiver geworden, die ungefilterte Sonneneinwirkung führt nicht nur zu temporärem Sonnenbrand, sondern die Hautkrebsraten steigen auch signifikant.

Gewebe aus Kunstfasern besitzen gegenüber Naturfasern einen wirksamen UV-Schutz. Baumwolle, besonders in dünner und leichter Qualität für den Sommer, lässt UV-Strahlung durch und führt so zu Hautreizungen und Sonnenbrand auch unter der Bekleidung. Verstärkt wird dieser Effekt noch, wenn die Kleidung durch Schwitzen nass wird.

Bei Geweben aus Kunstfasern entsteht der UV-Schutz durch die Art der Faser und Verarbeitung. Der UV-Filter ist bei Polyesterfasern höher als bei Polyamid (Nylon), dichte und feste Gewebe in dunklen Farbtönen bieten den besten UV-Schutz. Die Schutzfunktion wird sehr selten durch chemische Behandlungen verstärkt, Material und Gewebestruktur allein bewirken sehr hohe Schutzwerte. Sie werden wie bei Sonnencreme angegeben. Sonnenschutzfaktor 30+ als Beispiel bedeutet, dass man die Haut 30 Mal länger als ohne Schutz der Sonne aussetzen kann, ohne Schaden zu nehmen. Ein UV-Schutz ab 25 gilt als sehr gut bei normaler Sonnenstrahlung, 40+ bedeutet dem entsprechend einen noch längeren Schutz. Basiswert sind 9 Minuten, die die Haut ungeschützt der Sonne ausgesetzt sein sollte.

2.4    Materialien und Fachbegriffe 

Baumwolle
Pflanzliche Naturfaser aus den Samenhaaren des Baumwoll-Strauches (Malvengewächs). In der Textilverarbeitung unterscheidet man die Qualität nach Stapellänge (Faserlänge), Geruch, Farbe und Reinheit. Je länger die Faser, desto hochwertiger die Baumwolle. Die besten Qualitäten liefern Pima-Baumwolle, ägyptische Mako-Baumwolle und Sea-Island-Baumwolle. Baumwolle ist sehr saugfähig und kann bis zu 65 % des Gewichts an Feuchtigkeit aufnehmen. Sie trocknet allerdings nur sehr langsam. Baumwollgewebe gelten als sehr hautfreundlich mit äußerst geringem Allergiepotential. Baumwolle ist sehr widerstandsfähig gegen Hitze, häufige Reinigung, intensive Benutzung und Abrieb.

Pima-Baumwolle
Höchster Feinheitsgrad und besondere Faserlänge machen     Pima-Baumwolle zur besten Sorte mit ausgezeichneten Eigenschaften:     extrem weich und fein mit     seidigem Glanz. Pima-Baumwolle wird fast     ausschließlich in Peru und einigen US-Staaten angebaut, handgepflückt     und handverlesen. Da sie fast schadstofffrei ist, kann sie als     ökologische Baumwolle bezeichnet werden.

Coolmax
Kunstfaser aus Polyester: die vergrößerte Oberfläche der Faser liefert einen besonders effizienten Feuchtigkeitstransport, Gewebe aus Coolmax werden deshalb speziell bei Sportbekleidung verarbeitet.

Cordura
Texturiertes Nylongarn (Polyamid) von DuPont: Cordura-Gewebe ist extrem reiß- und scheuerfest, haltbar und strapazierfähig bei geringem Gewicht. Wird in verschiedenen Stärken von 500 D bis 1.000 D hergestellt. 500er ist weicher, feiner, leichter und lässt sich besser beschichten. Cordura wird häufig als Verstärkung an hoch belasteten Stellen bei Schuhen, Ölzeug und Outdoor-Bekleidung verarbeitet.

Denier
Einheit für die Stärke von Garnen und Fasern. 1 DEN oder 1 D = 1 g pro 9 km Faden. Je niedriger die D-Zahl, desto feiner das Garn. Je höher die Zahl, desto gröber und stärker die Gewebestruktur. Zum Beispiel werden 500- oder 1000 D-Qualitäten für hoch belastbare Reisetaschen verarbeitet.

Elasthan
Elastische Kunstfaser, überwiegend aus Polyurethan (PU). Wird mit anderen Faserarten unter anderem zu Stretch-Geweben verarbeitet, die besonders elastisch und formstabil sind.

EVA
Hochwertiger Schaumstoff aus Ethylen-Vinylazetat: er ist elastisch, reißfest, rutschfest mit ausgezeichneten Isolations- und Dämpfungseigenschaften. Wird für Zwischen- und Einlegesohlen von Schuhen eingesetzt.

Gore-Tex (GTX)
Nach dem Erfinder W. L. Gore benannte mikroporöse Membran aus PTFE. Eine der leistungsstärksten Membran-Qualitäten, die hochgradig wasserdicht, winddicht und atmungsaktiv ist. Als 2- und 3-lagiges Laminatgewebe verarbeitet.

Jersey
Gestricktes Gewebe mit sehr feiner und elastischer Struktur aus unterschiedlichen Fasern wie Baumwolle, Viskose oder Wolle. Der Stoff wurde erstmals auf der englischen Kanalinsel Jersey hergestellt. Häufig wegen der glatten und saugfähigen Oberfläche als Futter in Bekleidung und Schuhen verarbeitet. 

Kautschuk
Aus Latex, dem Milchsaft des Kautschukbaumes, gewonnenes elastisches Polymer. Aus Naturkautschuk wird durch Vulkanisationsverfahren Gummi hergestellt, der auch bei Nässe hohe Rutschfestigkeit besitzt, lange elastisch bleibt und abriebfest ist. Deshalb als hochwertiges Material unter anderem für Schuhsohlen verarbeitet.

Kevlar
Hochtechnische Aramidfaser mit optimalem Verhältnis von Gewicht und Festigkeit: extrem reißfest und beständig gegen Hitze und mechanische Belastungen. Als Konstruktionsmaterial und Bestandteil von Geweben verarbeitet.

Leinen
Robuste und temperaturregulierende Naturfaser, die zu gröberen und strapazierfähigen Geweben verarbeitet wird. Wird bei Schuhen und Bekleidungen für den Sommer als Futter und Obermaterial wegen der kühlenden Eigenschaften verwendet. 

Merinowolle
Besonders feine und weiche Wolle des Merinoschafs mit ausgezeichneten Trageeigenschaften: sie kratzt nicht, ist geruchsneutral, wärmt auch in feuchtem Zustand und wirkt temperaturregulierend. Besonders für funktionelle Unterwäsche geeignet.

Mikrofaser
Reißfeste und leichte Kunstfaser aus Polyester oder Polyamid mit weicher, leicht angerauter Oberfläche. Die Garne aus einer hohen Anzahl feinster Filamente werden zu sehr dichten und leichten Geweben verarbeitet, die durch ihre Struktur feuchtigkeits- und windabweisend sind.

Modal
Aus Zellulose mittels chemischer Verfahren hergestellte Faser auf Naturbasis. Gegenüber Baumwolle und Viskose ist Modal elastischer, strapazierfähiger, formbeständiger und weniger hitzeempfindlich. Das Gewebe ist fester, knittert weniger und ist saugfähiger. Modalstoffe sind angenehm weich und glatt mit einem seidigen Glanz. Ideal geeignet für Unterwäsche und Schlafwäsche.

Neopren
Markenbezeichnung von DuPont für ein hochwertiges und widerstandsfähiges Elastomer auf Polycloropren-Basis. Ausgezeichnete Isolationseigenschaften, hoch elastisch, schnell trocknend und wärmend auch in nassem Zustand. Meistens wird Neopren bei Wassersportbekleidung auf Gewebe laminiert, durch die hohe Rutschfestigkeit und Abriebfestigkeit wird es auch bei Schuhen, Handschuhen und Griffmaterial eingesetzt.

Nubukleder
Besonders feine und samtartige Lederqualität, die durch Anschleifen der Narbenseite von Vollrindsleder erreicht wird. Vorwiegend für das Obermaterial von Schuhen verarbeitet.

Nylon
Markenname einer Polyamid-Faser von DuPont, hat sich als Gattungsname für hochgradig reißfeste und leichte Polyamid-Gewebe eingebürgert. Die Faser nimmt nur 4 % des Eigengewichts an Feuchtigkeit auf bei minimalem spezifischen Gewicht.

Pilling
Mit Pilling wird besonders bei Fleece die Bildung von kleinen Knötchen und Fusseln bezeichnet, die keine Funktionseinbuße, sondern nur optische Nachteile hat. Hochwertiges anti-pilling-Fleece von Markenherstellern ist dagegen geschützt.

Polartec
Markenname von hochwertigen Fleece-Qualitäten vom weltweit führenden Hersteller Malden Mills aus USA. Fleece ist kein Gewebe, sondern Maschenware mit multifunktionellen Eigenschaften. Durch maximale Luftspeicherung erzielt Polartec ein hervorragendes Isolationsvermögen mit höchstem Wärmekomfort. Polartec ist das beste und vielseitigste Funktions-Material gegen Kälte. Polartec ist extrem leicht, elastisch, widerstandsfähig gegen Abrieb und sagenhaft weich auf der Haut. Deshalb ist Polartec auch Schur- und Baumwolle im Tragekomfort überlegen. Weitere Vorteile von Polartec: wasserabweisende Oberfläche und atmungsaktive Struktur. Das Material trocknet sehr schnell und ist weitgehend knitterfrei. Außerdem ist es recyclingfähig und wird auch schon recycelt angeboten. Polartec wird in unterschiedlichen Stärken und Qualitäten hergestellt, von 100er bis 300er. Die Zahlenangaben beziehen sich auf das Gewicht in Gramm pro Quadratmeter. Hochleistungs-Polartec ist besonders dicht verarbeitet mit extremen Kälteschutzwerten.

Polyacryl
Sehr robuste Synthetikfaser mit hoher UV-Beständigkeit und Formstabilität. Die Gewebe trocknen sehr schnell bei geringer Feuchtigkeitsaufnahme.

Polyamid / PA
Sehr stabile, reißfeste und leichte Kunstfaser mit minimalem spezifischen Gewicht. Nimmt minimal Feuchtigkeit auf (4 %), ist elastisch, allerdings nur bedingt UV-beständig. Unter den Markennamen Nylon und Perlon bekannt.

Polyester / PES
Sehr schnell trocknende Kunstfaser, die selbst nur minimal (3 - 5 %) Feuchtigkeit aufnehmen kann. Die Faser ist dehnungsarm, reiß- und abriebfest, weshalb die Gewebe sehr formstabil und haltbar sind. Polyester-Gewebe sind sehr knitterarm, lichtecht und UV-beständig.

Polypropylen
Extrem leichte Kunstfaser mit minimaler Feuchtigkeitsaufnahme. Die Gewebe sind atmungsaktiv, deshalb werden sie häufig für funktionelle Unterwäsche verarbeitet.

Polyurethan / PU
Kunststoffe oder Kunstharze, die häufig für mehrlagige Beschichtungen von Textilien eingesetzt werden, um sie wasserdicht zu machen. Das Material ist sehr knickstabil, kälteunempfindlich sowie sehr abriebfest. PU wird auch für hochwertiges Schaummaterial hergestellt.

Polyurethan- Schaum (PU-Schaum)
Abriebfestes Material mit besonders hoher Dichte bei geringem Gewicht. Gute Dämpfungs- und Isolationseigenschaften bei dauerhafter Flexibilität. Deshalb bei hochwertigen Schuhsohlen für Sport- und Kinderschuhe eingesetzt.

Polyvinylchlorid / PVC
Wird nur noch selten eingesetzt. In hochwertiger Qualität als wasserdichte, allerdings schwere Beschichtung von textilen Geweben verarbeitet. PVC kann in Laufe der Zeit spröde werden, wenn sich die eingesetzten Weichmacher verflüchtigen. Nur bedingt alterungs- und lichtbeständig. 

Powershield
Membrantechnologie von Polartec/Malden Mills. Durch die Perforierung ist die Membran zu 98 % winddicht bei etwas höherer Atmungsaktivität als 100 % dichte Membranen. Powershield wird besonders bei Softshells verarbeitet.

Powerstretch
Hochelastisches Material, meistens mit einem Anteil von Elasthan verarbeitet. Ideal als mittlere Bekleidungsschicht mit viel Bewegungsfreiheit und guter Atmungsaktivität. Schnell trocknend, leicht und formstabil.

Primaloft
Sehr leichte und weiche Mikrofaser mit ausgezeichnetem Isolationsvermögen. Deshalb wird sie in Bekleidung und Ausrüstung wie Schlafsäcken verarbeitet, wo es auf Tragekomfort und maximalen Kälteschutz bei geringstem Gewicht ankommt.

Ripstop
Spezielle Webart von Kunstfasergeweben aus Polyester oder Polyamid, bei denen sich stärkere Kett- und Schussfäden regelmäßig im Millimeterabstand durch das Gewebe ziehen. Erkennbar ist die Ripstop-Verarbeitung an der Wabenstruktur. Die Reißfestigkeit wird wesentlich erhöht, Risse werden durch die starken Fäden gestoppt. Ripstop-Gewebe sind sehr stabil, leiern nicht aus, sind aber trotzdem leicht und dünn.

Schurwolle Superwash
Speziell veredelte Naturfaser mit hohem Trage- und Pflegekomfort. Die Schurwolle bleibt dauerhaft elastisch, knitterfrei und ist problemlos in der Maschine waschbar.

Scotchgard
Hochwertiges Imprägnier-Verfahren von 3M, bei dem die Faser mit einem transparenten Schutzfilm ummantelt wird. Wasser, ölige Flüssigkeiten und Schmutz können einfach abgewischt werden, die Textilien absorbieren kaum Feuchtigkeit und trocknen sehr schnell.

Supplex Nylon
Besonders weiches Polyamid-Gewebe, bei dem das Garn aus unzähligen Mikrofasern besteht. Das Nylon bekommt eine extrem weiche, geschmeidige und feine Oberfläche.

Synthetikleder
Geschäumter oder gewebter Kunststoff aus Polyester oder Polyamid in Lederoptik, mit hoher Strapazierfähigkeit, Haltbarkeit und Pflegeleichtigkeit.

Sympatex
Atmungsaktive Kontakt-Membran aus Polyester / PES ohne mikroporöse Struktur. Das Gewebe ist deshalb sehr pflegeleicht.

Tactel
Hochwertige Nylonfaser von DuPont auf Merylbasis, die sehr reißfest und farbecht ist. Das schnell trocknende Gewebe besitzt einen seidigen, sehr weichen, textilen Griff, ist atmungsaktiv und wasserabweisend. Sehr hoher Tragekomfort.

Taffeta
Feiner, glatter und fester Taft-Stoff aus Seide oder Kunstfaser (Nylon), der als leichtes Innenfutter verarbeitet wird.

Taffeta-Nylon
Sehr leichter, dünner und wasserdichter Stoff aus 190T-Nylon. Glatte Oberfläche mit weichem Griff.

Teflon
Handelsname von DuPont für einen PTFE-Kunststoff mit vielseitigen Einsatzmöglichkeiten. Durch Teflon-Ausrüstung werden Gewebe unempfindlich gegen Flecken, Schmutz und Wasser. Die Atmungsaktivität bleibt erhalten. Teflon ist FCKW-frei und dermatologisch unbedenklich. 

Thermolite
Leichte Mikrofaser-Wattierung aus PES von DuPont mit hervorragender Wärmeisolierung bei geringstem Gewicht.

Thinsulate
Hochgradig Wärme isolierende Wattierung von 3M aus 65 % Polyolefin und 35 % PES. Federleicht und dünn bei maximaler Isolierung durch die in mikrofeiner Faserstruktur eingeschlossenen Luftkammern. Im Verhältnis zur Dicke doppelt so leistungsfähig wie Daunen.

TPR
Bezeichnung für 'Thermoplastic Rubber': ein thermoplastisches Elastomer mit hoher Abriebfestigkeit, Flexibilität und Langlebigkeit.

TPU / TPU-Schaum
Thermoplastisches Polyurethan, das durch Wärme geformt dauerhaft elastisch bleibt. Als wasserdichte Folien verarbeitet oder als plastischer Schaum für stabilisierende Elemente in Schuhen wie Gelenkstützen und Sohlenkonstruktionen.

Veloursleder
Aus narbigen Häuten oder Fleischspalten gewonnenes Rauleder, dessen geschliffene Außenseite verarbeitet wird. Sehr weich und strapazierfähig, bei Schuhen häufig mit Kunstfasergeweben kombiniert verarbeitet.

Vibram-Sohlen
Nach dem Erfinder Vitale Bramani benannte extrem abriebfeste Gummimischung für hochwertige Schuhsohlen, die in Profilierung und Flexibilität speziell für den Outdoor-Einsatz konzipiert sind.  

Viskose
Durch chemische Prozesse hergestellte Naturfaser aus Zellulose. Die Gewebe besitzen einen seidigen Glanz mit sehr weichem Griff, sind strapazierfähig, antistatisch und formstabil.

Vollnarbenleder
Ungeschliffenes Glattleder mit natürlicher Narbung und Unregelmäßigkeiten der Tierhaut. Wegen der natürlichen Oberfläche und der geringeren  Farbschichtstärke eine hochwertige und langlebige Lederqualität.

Wind Pro
Polartec-Fleece von Malden Mills in besonders dichter Webart, die das Fleece 4 mal winddichter macht als herkömmliche Fleece-Qualitäten. 

Windstopper
Winddichte Verbindung einer Gore-Tex-Membran mit Faserpelz, Fleece oder anderen Materialien. Wird in Softshells verarbeitet.

3. Pflege von Ölzeug und Funktionsbekleidung

Was für die Pflege von Ölzeug gilt, ist auch für funktionelle Outdoor- und Sportbekleidung generell gültig. Im Gegensatz zur herkömmlichen Meinung, dass Maschinenwäsche modernen Funktionstextilien schade, lassen sich diese Stoffe problemlos mit speziellen Mitteln waschen. Die allermeisten wasserdichten und atmungsaktiven Gewebe sind mit einem dauerhaft wasserabweisenden Finish DWR ( Durable Water Repellent) ausgerüstet, dessen Molekülstruktur auch beim Tragen im Laufe der Jahre geschwächt wird, durch Knicken beim Tragen oder mechanischen Abrieb zum Beispiel. Eine schonende Wäsche kann also nicht mehr schaden als das Tragen.

Einige Hinweise müssen allerdings beachtet werden:

  • Nur spezielle Pflege- und Waschmittel für Sport- und Funktionsbekleidung benutzen. Sie erhalten die Gewebeeigenschaften.
  • Keine normalen Waschmittel mit hohem Seifen- und Duftstoffanteil benutzen. Bleichmittel, Füllstoffe und Farbaufheller reduzieren nachweislich die Atmungsaktivität.
  • Keine Weichspüler verwenden, da sie Silikone enthalten. Silikone sind nicht wasserlöslich und würden die atmungsaktive Membran verkleben und verstopfen.
  • Maximal mit 40°C im Schonwaschgang waschen. Bei höheren Temperaturen verschmilzt die Membran. Das betrifft genauso den Trockner.
  • Waschmaschine nicht voll stopfen, damit Waschmittelrückstände vollständig ausgewaschen werden und nicht die Membran verstopfen können.
  • Reiß- und Klettverschlüsse schließen, Kapuzen ausziehen.
  • Wenn das Textil Trockner-geeignet ist (Pflegeetikett), nur im Schongang für kurze Zeit mit maximal 40°C. Besser ist die Trocknung auf dem Bügel an einem warmen Ort.

Generell gilt: beachten Sie die speziellen Pflegehinweise im Etikett und in den Produktinformationen des Herstellers. Chemische Reinigung, Bleichmittel, Bügeln, Heißwäsche und Schleudern sind Gift für Funktionstextilien.

Ölzeug sollten Sie nach dem Einsatz mit klarem Wasser gründlich ausspülen, besonders gründlich, wenn Sie es im 'Salzwasser-Einsatz' getragen haben. Bis sich Salzkristalle lösen und ausgewaschen werden, braucht es seine Zeit und etwas mehr Süßwasser. Keinesfalls feuchtes Ölzeug zusammenlegen und verstauen nach dem Motto: Kunststoff trocknet doch so auch. Lagern Sie es durchgetrocknet und trocken, geschützt vor UV-Strahlung und nicht eng zusammengelegt. Am besten auf einem Bügel hängend, damit keine dauerhaften Knicke und Falten entstehen können. Dort können später die ersten Undichtigkeiten auftreten.

3. 1 Imprägnierung und Atmungsaktivität

Dass Textilien oder andere Materialien wie Leder an Wasserdichtigkeit verlieren, ist nie ganz zu verhindern. Hochwertige Membran-Qualitäten sind dies bezüglich wesentlich unempfindlicher und langlebiger als preisgünstige Bekleidung mit weniger aufwändiger Ausrüstung. Der Verlust an Dichtigkeit bedeutet immer auch einen Verlust an Atmungsaktivität. Stoffe, die durchnässen, legen einen Wasserfilm auf die für den Feuchtigkeitstransport von innen nötige Struktur. Das Gewebe kann eben nicht mehr 'atmen', weil es mit Wasser vollgesogen ist. Wenn Wasser nicht mehr vom Obermaterial abperlt oder an Nähten und Falten feuchte Stellen bleiben, wird es höchste Zeit für eine Imprägnierung. Eine Imprägnierung macht einen Stoff nicht mehr absolut wasserdicht, aber eine neue Imprägnierung wirkt wasserabweisend und fördert auch wieder die Atmungsaktivität. Imprägnieren schützen nicht nur vor Wasser, sondern auch vor Schmutz und anderen Einwirkungen. Für Nachimprägnierungen sind geeignete Sprays erhältlich, die speziell für Funktionskleidung entwickelt wurden. Viele Imprägnierungen müssen erst durch Wärme aktiviert werden, zum Beispiel mit einem Föhn. Besondere Imprägnierungen sind auch für Ledersachen und Schuhe erforderlich. Dabei kommt es nicht auf die Menge der Appretur an, sondern auf die gleichmäßige Verteilung. Viel hilft also in diesem Falle nicht viel. Am besten die Kleidungstücke auf einem Bügel im Freien aus einem Abstand von ca. 15 cm gleichmäßig einsprühen und trocknen lassen.

4. Bootsschuhe und Stiefel

Das Angebot an Bootsschuhen und Stiefel ist so vielfältig wie die Einsatzmöglichkeiten im Wassersport. Bootsschuhe aus modernen Materialien sind heute aber auch vielfach Allroundschuhe, die vielseitig bei Freizeit und Sport an Land tragbar sind. Der klassische Leder-Bootschuh im Mokassin-Stil zum Beispiel ist auch ein zeitloser Klassiker an Land.

Spezielle Bootsschuhe für Segler und Motorbootfahrer müssen allerdings besonderen Anforderungen gerecht werden. Unabhängig davon, ob sie bei anspruchsvollen Hochseeregatten getragen werden oder auf einem Wochenend-Törn, praxisgerechte Bootsschuhe müssen bestimmte Merkmale und Qualitäten besitzen. Diese gelten für Schuhe genauso wie für Seestiefel.

4.1 Die Sohlenkonstruktion

Die Sohle eines praxisgerechten Segelschuhs muss ein Alleskönner sein, unter anderem soll sie abriebfest, rutschsicher, flexibel und schmutzabweisend sein. Die Sicherheit an Bord hat Priorität. Hohe Rutschfestigkeit, besonders auf nassen Flächen, lässt sich durch verschiedene Verarbeitungen erreichen:

Für das Material der Laufsohle gilt: je weicher und flexibler es ist, desto besser auch Griffigkeit und Haftung. Kunststoffe, deren Weichmacher sich im Laufe der Zeit verflüchtigen, verhärten. Die Sohle verliert an Elastizität, rutscht schneller, die Sohle vermittelt kein Gefühl mehr. Sohlen aus Naturkautschuk sind immer noch erste Wahl. Kautschuk und daraus vulkanisierte Gummi-Qualitäten bleiben hoch elastisch bei hoher Abriebfestigkeit. Naturkautschuk an sich besitzt durch seine Molekularstruktur schon eine hohe Rutschfestigkeit auch auf nassen Flächen. Spezielle Gummimischungen können das Haftungsvermögen noch verstärken. Für hochwertige Bootsschuhe haben viele Markenhersteller mit hohem Aufwand patentierte Sohlen entwickelt, die maximale Sicherheit vermitteln.

Die Rutschsicherheit aus nassen Flächen ist immer problematischer als auf trockenen GFK-Decks, auch wenn sie mit rutschhemmenden Belägen oder Profilierungen versehen sind. Auch nasse Teakdecks können sehr schnell rutschig werden, wenn sie lange nicht gereinigt wurden und mit einer feuchten Schmutzschicht überzogen sind. Aufgabe eines Bootsschuhs ist es, unter der Sohle keinen gefährlichen Wasserfilm entstehen zu lassen. Das hätte den Effekt wie Aquaplaning auf nasser Straße. Spezielle Profilierungen der Sohle mit einem Drainage-System sorgen für schnelle Wasserverdrängung beim Auftreten. Der Wasserfilm wird sofort durch Wasserablaufkanäle zur Seite gedrückt, es wird direkt ein flächiger Kontakt zur Oberfläche hergestellt.

Klassische Bootsschuhe wie Mokassins und Docksides verfügen meistens über die bekannte Messerschnittsohle mit feinem, riffelartigem Lamellenprofil. Das sorgt für ebenfalls für gute Rutschsicherheit bei hoher Flexibilität. Messerschnittprofile haben zudem den Vorteil, dass sich in den feinen Rillen kaum gröberer Schmutz und Steinchen festsetzen können.

Festen Halt auch bei Schräglage und gute seitliche Traktion müssen Segelschuhe ebenfalls vermitteln. Schalensohlen, die rundum hochgezogen sind, sind dafür am besten. Der Fuß ist nicht nur geschützt, sondern findet auch auf schrägen Flächen bessere Stabilität. Das ist wichtig, damit die empfindlichen Bänder um das Fußgelenk gestützt und nicht überdehnt werden.

Das Material eines Bootsschuhs darf nicht abfärben. Schwarze oder farbige Abriebspuren auf einem weißen Deck machen wenig Freude. Deshalb sollte man beim Kauf darauf achten, dass die Sohle als Non-marking-Sohle ausgewiesen ist. Auch wenn farbige Sohlen manchmal attraktiv erscheinen, nur hochwertige Färbungsverfahren gewährleisten die Abriebfestigkeit.

Ein weiteres Merkmal guter Bordschuhe sind wirkungsvolle Trittdämpfung und eine vorgeformte Zwischen- oder Einlegesohle. Beim Segeln kommt es nicht so sehr auf lange Laufwege an, man steht eher länger am Ruder. Langes Stehen kann den Fuß eher ermüden als ein regelmäßiger Bewegungsablauf, der für entsprechende Durchblutung sorgt. Deshalb ist ein ergonomisch geformtes Fußbett sinnvoll, das die einzelnen Druckzonen der Fußsohle gezielt entlastet. Auch eine nicht zu weiche Trittdämpfung durch PU-Zwischensohlen hält die Füße fit. Im Fersenbereich integrierte Fersenstützen aus elastischem, aber dichtem PU-Schaum schonen zudem Gelenke und Muskeln, die auch ermüden, wenn sie nicht ständig in Bewegung sind.

Praktisch und hygienisch sind herausnehmbare Sohlen. Sie lassen sich waschen und reinigen, und der Schuh trocknet ohne Sohle wieder schneller durch. Außerdem lassen sich herausnehmbare Sohlen durch orthopädisch individuell angepasste ersetzen.

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